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27.07.05 update
Alles neu, macht der ... Juli ! Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, die Homepage
neu zu gestalten - nun ist es endlich passiert. Auch wenn das alte Design soviel Anklang gefunden hatte,
ich konnte es einfach nicht mehr sehen ... Ausserdem gestaltete sich ein Update aufgrund der
für mich aufwendigen Hintergrundbilderstellung zuweilen recht mühsam. Damit soll nun Schluss sein.
Ein noch schlichteres Design soll einerseits den Einblick in die Fotografien auf das wesentliche reduzieren
und andererseits mir selbst Gelegenheit bieten, die Seite öfters up-zu-daten. Mit der neuen Seite sind auch einige
neue Bilder hinzugekommen (andere dafür herausgenommen) - und in diesem dynamischen Wechsel (plus einiger weniger
Dauerbilder) soll es nun bleiben.

17.07.05 Diane Arbus - "Revelations"
Ausstellung bis 18.09.05 im Museum Folkwang, Essen |
Link
Diane Arbus, geboren 1923 in New York, machte ihre ersten Bilder Anfang der 40er Jahre, nach ihrer Heirat mit Allan Arbus. Ab den 60er Jahren wurden ihre Fotografien in amerikanischen und internationalen Zeitschriften veröffentlicht.
1963 und 1966 erhielt sie das John Simon Guggenheim Stipendium. Obwohl ihre Bilder zu ihren Lebzeiten nur in einer einzigen Museumsausstellung zu sehen waren, gilt Diane Arbus als eine der prägnantesten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts.
Neben 180 Fotografien von Arbus zeigen die "Relevations/Offenbarungen" auch Einblicke in die Intimsphäre der Fotografin. Tagebucheinträge, wechseln sich ab mit Briefausschnitten, Kinderfotos, Bücher aus ihrer Bibliothek bis
hin zum Autopsiebericht ihres Selbstmordes im Jahre 1971.
Diane Arbus fand die meisten ihrer Motive in New York City. Hier fotografierte sie vor allem Menschen, die sie in den 50er und 60er Jahren in der Metropole und deren Umgebung traf. Dies waren Menschen auf der Straße, Karnevalisten, Nudisten,
Behinderte, Mittelschichtfamilien, Schausteller, Kleinwüchsige, Transvestiten, Exzentriker bis zu Berühmtheiten und Mitglieder der New Yorker Upper Class. Die fotografische Erforschung der Beziehung zwischen Erscheinung und Identität,
Illusion und Glaube, Theater und Realität und dem damit verbundenen Rückverweis in die Abgründe der eigenen Gesellschaft
erzeugt beim Betrachter zuweilen eine Schockwirkung die anscheinend wieder besonders in Zeiten, wo sich das nationale Selbstbild der amerikanischen Elite als einzige moralische und militärische Elite begreift, besonders ausgeprägt ist.
In diesem Zusammenhang hat sich mir das Bild des "Patrioten" besonders in mein Gedächtnis gebrannt. Die Fotografien an sich empfand ich sowohl thematisch als auch optisch nicht alle als durchgehend "eins".
Zuletzt war die Ausstellung im Metropolitan Museum of Art, New York, zu sehen und ist nun in Essen
als erste Station einer Europatournee zu sehen. Ausserdem ist eine Verfilmung über das Leben der Fotografin mit Nicole Kidman in Planung.

27.05.05 Bettina Rheims - Retrospective
Ausstellung bis 28.08.05 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf |
Link
Bettina Rheims, 1952 in Paris geboren, war, bevor sie sich mit Fotografie auseinandersetzte, Mannequin, Schauspielerin, Galeristin und Journalistin. Im Jahr 1978 beginnt sie mit Porträtfotografie.
Eine Aktserie von Jahrmarkt-Striperinnen und Akrobaten wird 1980 erstmals in Egoiste veröffentlicht. Im Jahr darauf folgen die ersten beiden Einzelausstellungen "Portraits" und "Aktportraits".
1982 entsteht eine Serie von Tierporträts, die 1983 in Paris und 1984 in New York gezeigt wird. Bald darauf beginnt Bettina Rheims für verschiedene Magazine wie Elle zu arbeiten
und macht ihre ersten Modeaufnahmen. Darüber hinaus entstehen auch Fotos für Plattencovers und Filmplakate.
Die Retrospective zeigt über 200 Fotografien aus 12 Serien, Animal, Female Trouble, Modern Lovers, Chambre Close, Les Espionnes, Kim Harlow, Les Aveugles, I.N.R.I., X'mas, Morceaux choisis, Pourquoi m'as-tu abandonnée? und Shanghai.
Die fast ausschl. Farbbilder bestechen durch ihre Farbintensität und Inszenierung. Rheims Hauptthema ist die Glamourfotografie, die Bilder sollen eine bewusste und sehr stark inszenierte Illusion erzeugen.
Beim Besuch sollte man sich die Zeit gönnen, die zahlreichen kleinen begleitenden Geschichten zu den entsprechenden Serien zu lesen. Foto:Rheims

05.05.05 Snapshots & DogDogs - Elliot Erwitt
Ausstellung bis 08.05.05 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf |
Elliot Erwitt
Elliot Erwitt, 1928 in Paris als Sohn russischer Einwanderer geboren, kam Ende der 30er Jahre in die USA und studierte dort Fotografie. Erste Anerkennung erwarb er sich in den 40er und 50er Jahren mit Veröffentlichungen in den Zeitschriften Life und Collier`s. Wenig später trat er der renommierten Fotoagentur Magnum bei. Die Bandbreite seiner Motive reicht von Dokumentar-/Reportagearbeiten, Portraits, Alltagsmotive bis hin zur Werbefotografie.
Bekannt geworden ist er auch durch seine vielfältigen Hundefotos, in denen menschliche und allzumenschliche Situationen augenzwinkernd dokumentiert werden. Subtilen Humor und visuelle Wortspiele findet man aber auch in vielen anderen Arbeiten Erwitt`s. Besonders beeindruckt haben mich die eher zufälligen Aufnahmen, Schnappschüsse, mit denen er sehr einfühlsam grundlegendste Gefühle des Menschen, wie Ängste, Sehnsüchte, Verliebtheit, Stolz etc., einfing.
Elliot Erwitt lebt heute in New York. Die bisher grösste Retrospektive seiner ausschliesslich schwarz-weiss Aufnahmen ist für mich mit Abstand die beste Fotoausstellung, die ich seit langem gesehen habe. Foto:Erwitt

07.01.05 update

Dreimal war ich nun in Berlin und endlich hatte ich auch mal die Kamera dabei um ein paar Bilder zu machen.
Zusammen mit schon etwas älteren Fotos aus Düsseldorf, die ich bislang keiner Sektion
zuordnen konnte, sind diese ersten Berlinbilder, die am Vormittag des 28.12.2004 entlang eines
Spazierganges vom Potsdamer Platz Richtung Tempodrom entstanden sind, nun unter "architecture" sehen.

02.01.05 Frida Kahlo fotografiert von Nickolas Muray (1892-1965)
Ausstellung bis 02.01.05 im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Düsseldorf | Link
Nickolas Muray wurde 1892 in Ungarn geboren und wanderte 1913 in die USA aus, wo er sich 1921 sein
eigenes Studio in New York einrichtete und bald zum erfolgreichen Werbe- und Modefotograf avancierte.
Berühmt wurde er vor allem für seine Prominentenportraits, wie beispielsweise die in dieser Ausstellung gezeigten Bilder von Frida Kahlo.
Die beiden verband aber noch mehr als das gemeinsame Fotos machen, Murray soll in den 30er und 40er Jahren Frida Kahlos
Geliebter und Vertrauter gewesen sein. Muray hatte schon früh mit farbfotografischen Verfahren experimentiert,
und so sind auch sehr viele der ausgestellten Farbbilder nicht etwa nachträglichen colourierte schwarz-weiss sondern
sehr frühe Fotos auf Farbnegativfilm mit ausgezeichnet satten Farben, wie man sie selbst heute kaum erreicht.
Muray starb 1965 in New York, seine Bilder gelten als Meilensteine der frühen Farbfotografie. Foto:Muray

28.12.04 Helmut Newton Foundation im Berliner Museum für Fotografie
Dauerausstellung, Berlin, Jebensstraße 2 (direkt am Bahnhof-Zoo) |
"Us and Them"
Der 1920 in Berlin geborene und letztes Jahr in LA gestorbene Helmut Newton hat zusammen mit seiner Frau June seiner Heimatstadt
über tausend Fotografien als Dauerleihgabe vermacht, die seit dem 2.November 2004 in dem
eigens dafür gegründeten Museum für Fotografie teilweise zu sehen sind. Momentan aktuell sind dort die
Ausstellungen "Sex and Landscapes", "Us and Them" sowie "Private Property".
"Us and Them" ist als
Gemeinschaftsausstellung von Helmut und June Newton eine Art fotografisches Tagebuch ihres Zusammenlebens
seit 1947 mit Selbstporträts, gegenseitigen Porträts und Fotografien von Prominenten.
Etwas beklemmend empfand ich die von seiner Frau gemachten Aufnahmen vom ihrem sterbenden Mann (Newton).
"Private Property" präsentiert persönliche Gegenstände wie Teile Newtons Kameraausrüstung, Kleidungsstücke,
Korrespondenzen, Plakate, Fotoaccessoires (zB. hochhackige Schuhe, Schamhaartoupets) etc.

27.12.04 "Auf den Strassen von Berlin" Pressefotografie von Willy Römer (1887-1979)
Ausstellung bis 27.02.05 im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums in Berlin | Link
Die Ausstellung ist einem Herrn Kerbs zu verdanken, der vor zwanzig Jahren den kompletten Nachlass von Willy Römer mit über hunderttausend Bilder ersteigert
und nun sukzessive themenbezogen veröffentlicht hat. Römer selbst begann als Fünfzehnjähriger
seine Lehre bei der "Berliner Illustrations-Gesellschaft",die erste Bildagentur in Deutschland, die eigens zur Herstellung von Pressefotos gegründet worden war.
Die Ausstellung zeigt in 17 Themengebieten gegliedert die von Römer fotografisch begleiteten Jahre, angefangen
vom ersten Weltkrieg wo er abseits der Kriegshandlungen das Alltagsgeschehen in Russland und Polen fotografierte, über die anschl.
Revolutionsunruhen in Berlin, der späteren Weimarer Republik bis hin zum Anfang der NS-Zeit.
Als fotografischer Chronist dokumentiert er dabei das politische und soziale Leben zwischen den beiden Weltkriegen, nicht nur in Berlin.
Nachhaltig in Erinnerung
geblieben sind mir besonders Bilder von der damaligen sozialen Not, Bilder vom früheren Berlin und "Hinaus ins Grüne" -
wie die Berliner Bevölkerung früher den Sonntag im Grünen verbrachte.
Foto:Römer ("der Gänsehirt ist da")

31.10.04 "Shooting Stalin" – Die 'wunderbaren' Jahre des Fotografen James Abbe (1883–1973)
Ausstellung bis 09.01.05 im Museum Ludwig, Köln | Link
Einen Namen macht sich James Abbe bereits im New York der 20er Jahre, als er die Stars des
Broadways und der Stummfilmära fotografiert, darunter Mae West, Josephine Baker und Charlie Chaplin.
1925 geht er nach Europa und avanciert mit seinen Fotoreportagen zum Chronisten der politischen Umwälzungen.
Er dokumentiert unter anderem die Schauplätze des Spanischen Bürgerkriegs und die letzten Jahre der Weimarer Republik.
Während dieser Zeit in Europa bekam er auch führende Diktatoren wie Stalin, Mussolini, Franco und Hitler vor die Linse,
die sich gerne von dem Amerikaner portraitieren liessen. "Shooting dictators is great fun" hat Abbe einmal gesagt, und
wenn man sich die Portraits der Diktatoren einmal genauer ansieht scheint man dies auch paradoxer Weise zu spüren.
Wie der "nette Onkel von Nebenan" erscheint Stalin auf den Bildern in seinem Büro im Kreml, eher lustig beschwingt
sieht man Goebbels am Schreibtisch stehen, nahezu verklemmt und schüchtern wirkt dagegen Hitler. Wirklich Angst haben mir
nicht diese wohlwollenden Portraits sondern eher unscheinbare Strassenaufnahmen aus der damaligen Zeit gemacht, wie beispielsweise
eine 1933 gemachte scheinbar harmlose Innenaufnahme in einem fahrendem Bus. Der Faschismus zeigt sein wahres Gesicht in den Gesichtern der ganz
"normalen" Menschen. Diese Aufnahmen sind es, die damalige Wirklichkeit näher erscheinen lassen als die vorgenannten Portraits,
die damals auf den Titelseiten der führenden Zeitschriften auf der ganzen Welt erschienen. Mit seiner Rückkehr 1937 in die
USA endete auch seine Karriere als Fotograf von wo an er das Weltgeschehen als Radiomoderator verfolgte.
Die Ausstellung zeigt mit den über 200 Originalfotografien einen Einblick in das bewegte Leben des Bildjournalisten – in seine "wunderbaren Jahre"
wie Abbe sein Leben selbst nannte. Foto:Abbe

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